Das Haus erhielt ca. 1520 seine heutige Form, welche den Übergang von der Gotik
zur Renaissance zeigt. Der italienische Maler Bernardo Bellotto, genannt Canaletto
(1721-1780) malte um 1752/1755 die Giebelansicht. Das Ölgemälde "Der Marktplatz
zu Pirna" gehört zu den Meisterwerken der europäischen Vedutenmalerei.
Durch diese Darstellung wurde für das Haus die Bezeichnung "Canalettohaus"
üblich. Es diente als Wohn- und Kaufhaus und befindet sich zwischen Schlossstraße
und Kirchgasse. Seine Giebelfassade ist mit halbsteinstark vorspringenden, gemauerten
Rippen versehen, die sich auch in ähnlicher Form an der Hausrückseite befinden.
Das Erdgeschoss veränderte sich durch Ladeneinbauten, die 1955 gemildert wurden.
Maßwerkartige Flächenornamente zur Stützung der Dachkonstruktion befinden sich
zur Schlossstraße. Das Canalettohaus ist mit seiner über 500-jährigen Geschichte
für Pirnas Altstadt von hoher städtebaulicher Bedeutung.
Der älteste Teil des Hauses stammt aus der Zeit um 1450, in ihm haben Honoratioren
wie der Bürgermeister gewohnt. Bei der Sanierung wurden wertvolle Wandmalereien
entdeckt, diese wurden mit Gipskarton abgeklebt, damit sie später restauriert
werden können. Früher wurden die Gewerbeflächen des Hauses von einer Seifensiederei
und später von einem Kolonial- und Vogelhandel genutzt. Heute ist die Städtische
Wohnungsgesellschaft Eigentümer des berühmten Gebäudes. Nach erfolgter Restaurierung
im Mai 1999 zog das Fremdenverkehrsbüro der Stadt Pirna im Canalettohaus ein.
Außerdem entstanden Räumlichkeiten für weitere Gewerbeeinheiten und im Dachgeschoss
wurden zwei Wohnungen vermietet. Weiterhin ist geplant, in die Tonnengewölbe,
die früher als Bierlager dienten, eine Kellerbar einzurichten.