Weiterhin
befindet sich in Nähe der Pechhütte die Ilsequelle (heute direkt
an der B 172, am Fuße des Abhanges von Großsedlitz). Seit wann es diese Quelle
dort gibt, ist nicht dokumentiert. Die Ilsequelle sprudelt gleichstark bei einer
beständigen Temperatur von 9 Grad Celsius das ganze Jahr hindurch. Der Quell
wurde auch als Heil- und Gesundbrunnen beschrieben. Das Wasser hat laut alten
Überlieferungen heilende Wirkung bei Rheumatismus, Augenkrankheiten und Hautkrankheiten.
Vor allem soll das Wasser für die Fruchtbarkeit der Frauen fördernd sein, deshalb
auch früher als "Muttergottesbrunnen" bezeichnet. Schon um 1670 pilgerte
nicht nur die Bevölkerung aus Heidenau und Pirna alljährlich Mittwoch nach Pfingsten
zur Quelle, da sie sich vom Quellwasser Gesundung für ihre Leiden erhofften.
1687 wurde der Quell mit einem steinernen Gewölbe umschlossen. 1822 ließen sechs
Heidenauer Bauern die Quelle einfassen und das aufgefangene Wasser in kiefernen
Röhren auf ihre Gehöfte leiten. Nach der Jahrhundertwende wurde die Quelle auf
Veranlassung des Elbgebirgsvereinszweiges Pechhütte vom Pächter des Kammergutes
Großsedlitz mit einer Steinmauerung eingefasst. Zu diesem Zeitpunkt erhielt
sie auch den Namen "Ilsequelle", benannt nach der Tochter des Kammergutpächters
Ökonomierat Hartmann. 1952 wurde die Einfassung der Quelle ein weiteres mal
erneuert. Mehrere Sagen gibt es um die Quelle. Früher wurde auch nach altem
Brauch von vielen Menschen "Osterwasser" an der Iselquelle geholt.
Das Wasser der Quelle ist heute jedoch auf Grund der vielen Umwelteinflüsse
und der Vernachlässigung der Pflege dieser Wasserstelle nicht mehr genießbar.
Mit
dem Anschluss von Groß- und Kleinsedlitz an das zentrale Abwassernetz wird es
vielleicht möglich sein, dass die Ilsequelle wieder sauberes, trinkbares Wasser
führt, so dass alte Bräuche wieder neu belebt werden können.