Über dem Eingang des erwähnten Bergkellers wurde die Pechhütte errichtet. Der Name "Pechhütte" stammt von der zur Brauerei gehörenden Picherei (zum Pichen der Fässer).
Neben der Pechhütte steht ein Wasserrad, welches mit einem Holzhäuschen umbaut wurde. Dieses Wasserrad verkörpert symbolisch den ehemaligen Standort der Sarischen Mühle, die vormals an dieser Stelle stand.
Bergkeller (unter der Pechhütte)
1722 erhielt man die Konzession, Bier nach Dresden zu verkaufen. Im Kellerhaus gab es einen Bierschank und im angrenzenden Wirtshausgarten entstand eine Kegelbahn. Am 3. April 1844 brannte die "Sarische Mühle" und die gegenüberstehende Brauerei ab. Die Brauerei baute man wieder auf, die Mühle nicht. An sie erinnert heute nur noch das Wasserrad. Nach dem Brand wurde die Pechhütte nicht mehr als Picherei aufgebaut sondern nur noch als Schankwirtschaft, wobei sie aber ihren Namen behielt. Die Pechhütte war ein beliebtes Wirtshaus am Wege von Heidenau nach Pirna (um die Jahrhundertwende nur ein Fußweg). Auch Napoleon hat um 1813 dort Rast gehalten. 1897 baute man die Pechhütte um und fügte Gaststube und Gesellschaftsraum an. Die "Pechhütte" war auf Grund der Vorzüglichkeit des Sedlitzer Weizenbieres die bestbesuchte Ausflugsstätte, vor allem für die Pirnaer. Noch bis in die 50er Jahre galt sie als beliebte Einkehr. Zu Beginn der 60er Jahre wurde der Komplex mit Kellergewölbe als wissenschaftliches Zentrum für Fischereinetze umfunktioniert. 1991 war die Fachabteilung Stickerei, Seilerei und Netze des Institutes für technische Textilien Dresden im Gebäude untergebracht. Seit 1992 ist die Pechhütte in Privatbesitz der Familie Meschke und seit 1996 auch Sitz des Kunstvereins Pechhütte e.V. Einige Rekonstruktionsmaßnahmen erfolgten bereits, andere sind in Arbeit und weitere bauliche Veränderungen stehen auf dem Plan. Dass ein unterirdischer Gang vom Keller der Pechhütte nach Dohna führte, ist nur Sage, aber vermutlich gab es eine Höhle als Versteck und Lagerraum für die Raubritter von Dohna. Diese Vermutung wurde bis heute jedoch noch nicht erwiesen.
Bergkeller (unter der Pechhütte)
Wasserrad neben der Pechhütte
Wasserrad neben der Pechhütte
Das Antriebswasser kommt, wie damals schon für die Mühle, aus dem nahegelegenen Mühlteich, der heute allgemein als "Froschteich" bekannt ist. Unmittelbar neben dem Wasserrad steht ein Granitfindling als Gedenkstein für die ehemalige Mühle mit der Inschrift: "Hier stand von 1474 bis 1844 die Sarische Mühle".
Granitfindling
Zu einer langjährigen Tradition ist das Schmücken des Wasserrades in der Osterzeit geworden. Schüler und Schülerinnen der Grundschule "Bruno Gleisberg"schmücken es zu dieser Zeit mit bunt bemalten Ostereiern und farbigen Bändchen.
Granitfindling (Gedenkstein für die ehem. Sarische Mühle)