Die heutige Mittelschule "Johann-Wolfgang v. Goethe" befindet sich in Heidenau an der Ernst-Thälmann-Straße. Das für die "Neue Mügelner Schule" (damalige Schulbezeichnung) erforderliche Bauland (6000 m²), an der Bismarckstraße (heute Ernst-Thälmann-Straße), wurde im Jahre 1896 gekauft. Die Kosten für den Bau von Schule und Turnhalle betrugen damals ca. 260 000 Mark. Baumeister des Schulgebäudes war Herr Petzold, Architekt und Oberbauleiter Herr G. Hänichen, beide aus Dresden. Die feierliche Einweihung der Schule am 10.11.1897 war ein Höhepunkt in der Geschichte der Gemeinde Mügeln. 578 Schüler bezogen mit ihren Lehrern das neue Gebäude. In dem Schulhaus befand sich damals eine Dienstwohnung für den Direktor, eine Wohnung für den Hausmeister, insgesamt zehn Klassenräume, ein Lehrmittelzimmer, ein Zeichensaal und ein Schulsaal (Aula). Bei größeren Veranstaltungen konnte der Schulsaal erweitert werden, denn Rollwände trennten zwei Nebenräume von diesem ab. Während der Bauarbeiten am Schulgebäude wurde auch der Bau der Turnhalle in Angriff genommen, fertiggestellt im Februar 1898. In den Jahren kurz nach der Einweihung der Schule, nahm man, bedingt durch die ständige gesellschaftliche Weiterentwicklung, viele räumliche Veränderungen vor. Da sich immer mehr Unternehmen in der Region ansiedelten, was zur Vergrößerung der Gemeinde und auch zu ständig steigenden Schülerzahlen führte, erwies sich das Schulgebäude als zu klein. Deshalb wurde 1902 der Dresdner Baumeister G. Hänichen beauftragt, Skizzen zu einem Anbau für die Schule zu entwerfen. Die Erweiterung des Gebäudes wurde durch Baumeister Demmler ausgeführt und 1904 fertiggestellt. 1911 besuchten bereits 1589 Kinder die Schule, an der zu diesem Zeitpunkt bereits 31 Lehrer tätig waren. Weitere räumliche Veränderungen folgten. 1921 wurde unter anderem eine Dienstwohnung zu zwei Lehrerzimmern und einem Krankenzimmer ausgebaut. 1926 richtete man eine Klasse "mit gehobenen Zielen" ein, wofür befähigte Schüler ab der 5. Klasse aus allen drei Heidenauer Schulen ausgewählt wurden. In den 30er Jahren war der Ausbau der Schulen als reine Knaben- bzw. Mädchenschulen für das Schulwesen sehr bedeutsam. Die Goetheschule wurde 1938 zur Knabenschule und die Pestalozzischule zur Mädchenschule erklärt. 1945 wurde die Schule als Lazarett (1000 Betten) genutzt. Nach Kriegsende wurde die Geschlechtertrennung aufgehoben und es gab wieder gemischte Klassen.
Der Initiative des damaligen Bürgermeisters (Bruno Gleißberg) ist es zu verdanken, dass Heidenau die erste Stadt des damaligen Kreises Pirna war, wo der Schulunterricht wieder aufgenommen werden konnte. Im Mai 1946 wurde ein Gesetz zur Demokratisierung der Schule beschlossen, es bestimmte Ziele und Aufgaben der neuen Schule. Die demokratische Einheitsschule war geschaffen. In den vergangenen Jahren unterlag die Schule einer Reihe von inhaltlichen und baulichen Veränderungen. Noch heute gilt die Mittelschule "Johann Wolfgang von Goethe" als eine der größten im Landkreis und besitzt Modellcharakter in Deutschland (Haupt- oder Realschulabschluss). In der Schule werden über 300 Schüler der 5. bis 10. Klassen von ca. 30 Lehrern unterrichtet. Für den Unterricht stehen 12 Klassenzimmer, 2 Physikzimmer, jeweils ein Chemie-, Biologie- und Computerkabinett, ein Nähmaschinenraum, eine Lehrküche, drei Technikräume und ein Theaterprobenraum zur Verfügung. In vier verschiedenen Profilen (Hauswirtschaftliches, Technisches, Wirtschaftliches und Musisches Profil) wird unterrichtet. Auch außerhalb des Unterrichts können die Schüler im Chor, in Theatergruppen, im Zeichenzirkel, Technikerzirkel sowie in verschiedenen Sportgruppen ihre Aktivitäten entfalten. Somit wird an der Mittelschule "Johann-Wolfgang v. Goethe" die Grundlage für eine berufliche Ausbildung und für die weiterführenden schulischen Bildungswege geschaffen.
Seitenansicht der Goethe-Schule (hist. Zeichnung)
Seitenansicht der Goethe-Schule (hist. Zeichnung)