Die gesundheitliche Versorgung der Industriearbeiter,
die sich durch die einsetzende Industrieballung dringend erforderlich machte,
war für den Johanniterorden Beweggrund, ein Krankenhaus am Rande der Stadt
zu errichten. Dieses wurde 1902 eingeweiht. Es steht zur einen Hälfte auf
Heidenauer und zur anderen auf Dohnaer Flur. Seit 1991 wird das zwischenzeitlich
staatlich verwaltetete Krankenhaus wieder unter der Verantwortung des Johanniterordens
geführt. Zu den Errungenschaften auf dem Gebiet des Gesundheits- und Sozialwesens
gehören u. a. auch ein Pflege- und Seniorenheim und zahlreiche Arzt- und Zahnarztpraxen.
Da Sport und Erholung der Ausgleich zur harten Industriearbeit waren, entstand
1921/22 das Licht-Luft-Bad Heidenau mit einer Fläche von 6,3 Hektar auf dem
Flurstück der Meuscha. 1946 nannte man es nach seinem Förderer "Albert-Schwarz-Bad".
Später erhielt das Freibad weitere Schwimmbecken und ist an heißen Sommertagen
nicht nur für die Heidenauer ein beliebtes Ausflugsziel. 1927 entstand das
"Max-Leupold-Stadion", eine zentrale Sportanlage mit Radrennbahn
(250 Meter) in Nähe der Müglitz, in der heute noch zahlreiche sportliche Veranstaltungen
durchgeführt werden.
Neben der Bundesstraße B 172, welche die Stadt durchquert,
gehören auch zwei große Neubaugebiete zum Stadtbild, das Wohngebiet am Böhmischen
Weg und der Wohnkomplex in Mügeln. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands
1989/90 ging die Bedeutung Heidenaus als Industriestadt zusehends zurück.
Für zahlreiche Betriebe kam das Aus. Heidenau entwickelte sich durch die Ansiedlung
verschiedener Handelsketten von einem Industrieballungszentrum zu einer Stadt
des Handels. Aber auch mehrere Dienstleistungsunternehmen haben Heidenau zu ihrem Standort gewählt. Viele Wohnhäuser und
öffentliche Gebäude wurden rekonstruiert, neue Häuser entstanden und die Stadt
bekommt ein immer freundlicheres Aussehen. Der bekannteste Anziehungspunkt
von Heidenau ist nach wie vor der seit 1992 wieder in das Eigentum des Freistaates
Sachsen übergegangene Barockgarten im Ortsteil Großsedlitz. Auch wenn die
Anlage damals nicht in seiner eigentlichen Größe vollendet wurde, zeigt sie
doch auf einer Fläche von 12 Hektar einzigartige Gartenkunst im Stil des französischen
Barock. In den Sommermonaten ist der Barockgarten, wie schon in der Geschichte,
Veranstaltungsort für künstlerisch anspruchsvolle Programme.
Durch
die Erhöhung der Bevölkerungszahl wurden die bisherigen Schulen bzw. die dafür
genutzten Räume zu eng und es mussten mehrere neue Schulgebäude errichtet werden.
Die größeren Schulkomplexe waren dabei die Goetheschule (Einweihung 1897, damals
Schule der Gemeinde Mügeln, heute Mittelschule) und die Pestalozzischule (Einweihung
1902, damals Schule der Gemeinde Heidenau, heute Gymnasium). Außerdem gab es
die Großsedlitzer Schule (1894 eingeweiht, heute Grundschule "Heinrich
Heine") und die Gommerner Schule (1896 eingeweiht, heute Grundschule "Ludwig
Richter"). Die "Bruno-Gleißberg-Schule" im Neubaugebiet am Böhmischen
Weg, entstand in den siebziger Jahren und die Grund- und Mittelschule im Neubaugebiet
Heidenau-Mügeln in den achtziger Jahren.