Heidenau, gelegen an der Elbe zwischen der Sächsischen
Landeshauptstadt Dresden und der Kreisstadt Pirna stellt einen Ausgangspunkt
zum Nationalpark Sächsische Schweiz, zum Osterzgebirge und zur Kunst- und
Kulturstadt Dresden dar. Die Orte Mügeln, Heidenau und Gommern vereinigten
sich im Jahr 1920 zu einer Großgemeinde. 1923 kam der Ort Großsedlitz dazu.
Von dem Dorf Meuscha, 1378 erstmalig erwähnt, im Dreißigjährigen Krieg vollständig
zerstört, existiert heute nur noch der Flurname "Meuscha". Das Stadtrecht
erhielt Heidenau im Jahr 1924. Erweitert wurde Heidenau durch die Eingemeindung
des bisher noch eigenständigen Kammergutes Sedlitz und Schloss Friedrichsburg
(1932) sowie der Orte Kleinsedlitz (1933) und Wölkau (1950). Das Elbtalgebiet
zwischen Pirna und Meißen war ein uraltes Siedlungsgebiet (seit dem 7. Jahrhundert
slawische Siedlungen nachgewiesen). In der Gegend um Heidenau soll es um 1000-1600
schon erste Ansiedlungen von deutschen Bauern gegeben haben. Ein Gründungstag
für Heidenau konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Urkundlich wird Heidenau
im Jahr 1347 erstmals nachgewiesen.
Das
Dorf Heidenau bildete sich nach heutigen Erkenntnissen vermutlich aus dem Vorwerk
Heydenowe, das die Dohnaer Burggrafen als Schutz an der Elbe errichteten. Die
Ortsbezeichnung geht wahrscheinlich auf dessen Gründer, den Burggrafen Otto
Heyde zurück. Erste urkundliche Nachweise des Ortes Gommern stammen aus dem
Jahr 1288. Die Bedeutung des Namens wird vom wendischen Komor abgeleitet (=
Mückendorf). Erst mit der Trockenlegung des Dorfteiches war die Mückenplage
beendet. Mügeln wurde 1347 erstmals urkundlich genannt, Großsedlitz 1412, Wölkau
1420, Kleinsedlitz im Jahr 1501. Der Name "Mügeln" ist vermutlich
von der alten Schreibweise "Mogylina" = Hügelheim abzuleiteten. Da
es in Mügeln keine natürlichen Hügel gibt, wird angenommen, dass der Name von
den zahlreich freigelegten wendischen Begräbnisstätten stammt ("Dorf an
den Grabhügeln"). Heinrich von Mogelin hatte hier seinen Wohnsitz. Dieser
genoss um 1350 am Hofe des Kaisers Karl IV. hohes Ansehen.
Großsedlitz
(1412 Czedelicz/ 1454 Großen Czedelicz/ 1486 Groß Sedelicz) war ein Dorf mit
zwei selbständigen Gutsbezirken (Kammergut Sedlitz mit dem Oberhof, Niederhof
und Schankwirtschaft zur Pechhütte sowie Schloss Friedrichsburg/ Friedrichschlösschen).
Im Laufe der Jahrhunderte wechselte Großsedlitz mehrfach den Besitzer. 1715
brannte der Ort völlig ab. Im Jahr 1719 kaufte Reichsgraf August Christoph v.
Wackerbarth das Rittergut Sedlitz und ließ den Barockgarten Großsedlitz und
Schloss Friedrichsburg errichten. Die zwölf Hektar große Park- und Gartenanlage,
auch als "Perle" Heidenaus bezeichnet, mit ihren zahlreichen Balustraden,
Skulpturen, Putten, Blumenrabatten und Wasserspielen ist heute noch in ihren
Grundstrukturen erhalten und ein beliebter Anziehungspunkt für Besucher aus
dem In- und Ausland. 1720 erwarb Wackerbarth auch Heidenau. 1723 ging der Barockgarten Großsedlitz
durch einen vorerst geheimen Vertrag an Kurfürst August den Starken über.