Das historische Johanneum, mit Langem Gang (100 Meter umfassender Verbindungsgang Schloss-Stallgebäude) und Stallhof als Bestandteil der Residenz, kann auf eine mehr als 400-jährige Geschichte, die mit den sächsischen Kurfürsten, Königen und deren Sammlungen verbunden ist, zurückblicken.
Als U-förmiger zweigeschossiger Renaissancebau wurde das ehemalige Stallgebäude (von Paul Buchner) mit Zwerchgiebeln und reichen Kalkmalereien (in Sgraffitoart) errichtet. In seiner wechselvollen Vergangenheit erlebte das Gebäude mehrere Umbauten und den Funktionswandel zum Ausstellungsgebäude. Es beherbergte Rüstkammer, Gemäldegalerie, Porzellansammlung und Historisches Museum. Erst im Jahre 1876 erfolgte die Namensgebung "Johanneum" nach dem sächsischen König Johann, der ein großer Kunstliebhaber war. Zwischen Johanneum und Georgenbau befindet sich der "kurfürstliche Reissige Stall" mit Stallhof und Langem Gang. Die luftigen Bögen des Langen Ganges werden von 22 toskanischen Säulen getragen und überdecken eine langgestreckte Bogenhalle. Die Fassade ist mit Sgraffiti (in Putz gekratzte weiß-graue Dekore/ von Heinrich Göding) geschmückt, eine Sonnenuhr dient der Zeitmessung. An der Rückseite des Langen Ganges, längs der Augustusstraße, befindet sich der "Fürstenzug". Angeführt von ihrem Bauherren, Kurfürst Christian I., ist eine lange Reihe der Wettiner, die als Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige die Markgrafschaft Meißen und Sachsen regiert haben, auf 25.000 Meißener Porzellankacheln dargestellt.
Seit seiner Grundsteinlegung war es im weitesten Sinne gesehen schon immer mit dem Verkehr verbunden, verwahrte es doch Kutschen und Pferde. Der unregelmäßig umbaute Hof schließt unmittelbar östlich an das Georgentor an und füllt den Raum des Zwingers der mittelalterlichen Befestigungsmauer aus. Im Zuge der Erweiterung des Schlosskomplexes (1586) hatte Kurfürst Christian I. das Renaissancebauwerk für Stallungen, Remise und Rüstkammer konzipiert. Nach dem Entwurf von Paul Buchner und vermutlich unter Einfluß von Giovanni Maria Nosseni wurde die Anlage von Hans Irmisch errichtet.
Der Stallhof (Innenhof) war ursprünglich Schauplatz für Turniere und Festspielplatz für Hof und Adel. Der Stallhof ist die einzige gut erhaltene Turnieranlage in Europa. Beim Angriff auf Dresden (1945) wurde das Johanneum fast völlig zerstört. Stallhof und Langer Gang sind nach der Zerstörung wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit entstanden.
Ausschnitt Fürstenzug (Rückseite Langer Gang)
Stallhof (Langer Gang)
Stallhof (Langer Gang)