Neben
dem Meißner Porzellan sollte das Palais auch die chinesische und japanische
Porzellansammlung des Kurfürsten aufnehmen. Somit trat die Bezeichnung "Japanisches
Palais" 1719 das erste mal auf (seit 1732 allgemein gebräuchlich). Die
Dächer des Palastes mit Porzellan einzudecken, die Außenwände mit Porzellan
zu verkleiden und dementsprechende Innenausstattung wurde nicht mehr vollendet.
Gründe dafür waren die eingeschränkten Möglichkeiten der Meißner Porzellanmanufaktur
und der Tod von Friedrich Augusts I.. Doch die bereits fertigen Räumlichkeiten
zeigten zahlreiche Meisterstücke deutscher und ostasiatischer Künstler. Nach
erlittenen Zerstörungen im Siebenjährigen Krieg ließ Marcolini 1782/86 durch
G. A. Hölzer und C. F. Exner die Gestalt des Palais nochmals verändern, um zusätzlich
zur Porzellansammlung die Antikensammlung, das Münzkabinett und die kurfürstliche
Bibliothek unterzubringen. 1834/36 nahm Gottfried Semper Umgestaltungen des
Erdgeschosses im spätklassizistischen Stil vor. Er brachte "pompejanische"
Malereien an, die 1887 übermalt, jedoch 1925/35 bei den Umbauarbeiten für die
Sächsische Landesbibliothek wieder freigelegt und restauriert wurden. Ab 1952
begann der Wiederaufbau des 1945 zerstörten Gebäudes. Die einst so prachtvolle
Parkanlage wurde nur in einigen Grundlinien wiederhergestellt. Seit 1953 ist
in der zweieinhalb-
geschossigen Vierflügelanlage des Japanischen Palais das