Das Japanische Palais ist ein repräsentativer Museumsbau an der Südseite des Palaisplatzes auf Neustädter Seite. Seine Gartenfront zeigt zur Elbe. Es ist der größte und künstlerisch am reichsten ausgestattete Prachtbau, der mit der Umgestaltung Altendresdens entstanden ist. Der im französischen Stil angelegte Garten wurde später erweitert und im englischen Stil gestaltet. Das Palais bildet den Höhepunkt der Architektur in der Achse vom Albertplatz zum Palaisplatz. Graf Heinrich von Flemming ließ sich 1715 vermutlich nach Entwürfen von Pöppelmann in seinem Gartengelände an der Elbe ein zweigeschossiges Schlösschen mit zwei eingeschossigen Seitengebäuden errichten, die er als Sommerresidenz nutzen wollte.
Als dies fertiggestellt war, vermietete er es jedoch dem holländischen Gesandten Harsolde von Craneborg, der bis zu seinem Tode 1716 darin wohnte. Nachdem trug es den Namen "Holländisches Palais". Vom Holländischen Palais erhielt sich bis heute das sogenannte Pöppelmann-Treppenhaus. 1717 kaufte Kurfürst Friedrich August I. das Schlösschen und ließ es mit fremdländischen Kostbarkeiten ausstatten, vor allem mit prunkvollem Porzellan. 1719 fanden im Palais die Hochzeitsfeierlichkeiten des sächsischen Kronprinzen statt. Die Kunstkammer war 1721/27 im Dachgeschoss des Gebäudes eingerichtet. Da dies nicht mehr ausreichte, wurde das Palais umgestaltet und erweitert. Pöppelmann, de Bodt, Longuelune und Knöffel erarbeiteten die Pläne dazu. 1727/33 baute man das Palais zu einer Vierflügelanlage in spätbarock-klassizistischem Stil um. Der nördliche Flügel sowie die beiden Seitenflügel wurden neu errichtet und der Elbflügel umgestaltet. Die Eckbauten trugen kupfergedeckte geschwungene Dächer. Das Halbrelief im Dreiecksgiebel zeigt die Huldigung der thronenden Saxonia durch Vertreter der Porzellan herstellenden Völker mit Porzellangefäßen (um 1730 von B. Thomae). Seitlich des Giebels sind die Porzellan herstellenden Kontinente Europa und China als Eckfiguren dargestellt. Im Innenhof tragen 24 realistische Chinesenhermen die Galerie des Obergeschosses (vermutlich nach Entwürfen Pöppelmanns von J. M. Oberschall und J. C. Kirchner um 1730 gefertigt).
Holländisches Palais mit Ehrenhof nach 1719
Hölländisches Palais, Stadtseite mit Ehrenhof nach 1719
(Ausschnitt Kupferstich v. J. G. Schmid)