Das Blockhaus auf der Großen Meißner Straße schließt die Elbseite des Neustädter Marktes ab. 1732 begann nach mehreren Planänderungen der Bau des von Z. Longuelune entworfenen Sandsteingebäudes. Ursprünglich sollte beiderseits der Straße je ein quadratisches mit Stufenpyramiden abschließendes Gebäude entstehen, eine Seite mit dem Reiterstandbild Augusts des Starken und die andere mit einer Minerva-Statue als Spitze. Da das Reiterstandbild jedoch mitten auf dem Neustädter Markt aufgestellt wurde, entwarf Longuelune ein eingeschossiges quadratisches Gebäude, den ein gewaltiger Obelisk krönen sollte. Deshalb bezeichnete man zu Beginn das Bauwerk als "Pyramidengebäude".

Außerdem setzte man statt des geplanten Pyramidendaches ein niedriges Satteldach auf. Seit 1755 befand sich die Neustädter Hauptwache in diesem Gebäude. Die Bezeichnung "Blockhaus" setzte sich erst um 1777 durch. 1831 bezog das Kriegsministerium Quartier im Blockhaus. Hauptquartier der Regierungstruppen wurde es auch während der revolutionären Ereignisse 1848/49. Das Dachgeschoss wurde 1892/93 stilwidrig umgebaut. In dieser Zeit wurde ein Fassadenschmuck angebracht, der sich heute am Ostgiebel der Neustädter Markthalle befindet. Nach 1918 brachte man im Gebäude die Wehrkreisbücherei unter. 1945 blieb auch das Blockhaus vom Bombenhagel nicht verschont. In den sechziger Jahren sicherte man die Fassaden des Hauses. 1975/82 erfolgte eine umfassender Wiederaufbau, wobei im Inneren einige Veränderungen vorgenommen wurden. Danach nutze man das Blockhaus als "Haus der DSF". Eine öffentliche Gaststätte befand sich auch im Haus. Nach 1990 nutzte die Stadt das Gebäude für verschiedene Veranstaltungen. Im Herbst 1993 ging es in den Besitz des Freistaates Sachsen über. Das Blockhaus dient seitdem ebenfalls Ausstellungs- und Veranstaltungszwecken.

Blockhaus-Entwurf von Longuelune
Als der Bau bis zum Hauptgesims fertig war, unterbrach man 1739 die Arbeiten und schloss das Gebäude mit einem Interimsdach ab. Dieses provisorische Dach zerstörte ein Sturm im Jahr 1747. Erst 1749/55 wurde dem Gebäude nach Plänen von J. C. Knöffel vermutlich durch J. G. M. von Fürstenhoff ein weiteres Geschoss aufgesetzt und der ehemalige umlaufende Bogengang dabei verbaut.
Neustädter Markt mit Blockhaus um 1815 (hist. Zeichnung)