Der Große Garten Dresden liegt zwischen Lennéstraße (Westen), Tiergartenstraße (Süden), Karcherallee (Osten) und Stübelallee (Norden). Er ist seit 1953 Volkspark und die schönste, mit 2 km² gleichzeitig auch die größte zusammenhängende Parkanlage der Stadt. Seine Länge beträgt ca. 1900 Meter und seine Breite ca. 900 bzw. 1000 Meter. Der Park wurde 1676 als kurfüstlicher Jagdgarten für Johann Georg II. und Johann Georg III. durch den Hofgärtner Martin Göttler angelegt. Unter der
Planung des Oberlandbaumeisters Johann Georg Starcke errichtete man 1678-1683 das Palais. Der Garten wurde durch Oberlandbaumeister Johann Friedrich Karcher 1683 im französischen Stil als Ebenengarten umgestaltet (streng geometrisch, gerade Alleen, in der Mitte das Schloss). Im 19. Jahrhundert wurde er erweitert und erhielt teilweise englischen Stil. Neue Wege, Sitz- und Spielplätze machten ihn zu einem Landschafts- und Erholungspark.
Dabei wirkte unter anderem auch Gartendirektor Karl Friedrich Bouché mit. Die früher von einer Mauer umgebene Parkanlage war seit 1814 auch für die Bevölkerung zugänglich. Dies veranlasste der russische Generalgouverneur Fürst Repnin Wolkonski. Zur Zeit der Entstehung des Großen Gartens lag er außerhalb von Dresden, heute jedoch ist er durch die weitere Bebauung der Stadt nicht weit vom Zentrum entfernt. Der Große Garten ist eingeteilt in drei Längsalleen und eine Querallee. Die Hauptallee bildet die Längsachse. Im Schnittpunkt der Querallee und der Hauptallee steht das Palais. Den Großen Garten haben mehrere Generationen gestaltet. Neben den Kriegsverlusten im Siebenjährigen Krieg (1756-63) und im Napoleonischen Krieg 1813 richtete das Bombeninferno im Februar 1945 im Großen Garten die größten Schäden an. Das Palais brannte völlig aus, so dass ein großer Teil dieses Kulturdenkmals unwiederbringlich verloren ging. Drei der ehemals acht Kavaliershäuser, die rings um das Palais ihren Standort hatten, wurden völlig zerstört und auch der Park wurde weitgehend verwüstet.
Kavaliershäuschen
Skulptur
Naturtheater
Von den vielen barocken Gartenplastiken blieben nur wenige erhalten. Heute findet man hier trotzdem noch mehrere Gebäude und viele idyllische Ecken. Dazu gehören neben dem Palais, Palaisteich und Palaisgarten auch die fünf Kavaliershäuser, der Carolasee mit der Gaststätte "Carolaschlösschen" und der Neuteich. Im Park gibt es auch 3 Parktheater, das von Hecken umgebene Naturtheater (ältestes Freilufttheater Europas), die Freilichtbühne "Junge Garde" und das Puppentheater "Sonnenhäusel". Ein weiterer Anziehungspunkt ist der "Zoo Dresden" (1861 eröffnet), dessen Anlage von Gartenarchitekt Lenné entworfen wurde. Der "Botanische Garten" an der Stübelallee lädt zum Kennenlernen seltener und kostbarer Pflanzen aller Kontinente der Erde ein. Eine besondere Attraktion des Großen Gartens ist die heutige Parkeisenbahn. Bei einer Rundfahrt mit dieser Liliputbahn lernt man den Großen Garten in einer ca. halbstündigen Fahrt im Schnelldurchlauf kennen. Der einstige Lustgarten von damals ist heute die "Grüne Lunge" der Stadt Dresden, die zu einem Spaziergang auf interessant angelegten Wegen vorbei an barocken Skulpturen, bunten Blumenrabatten, Wiesen, Wäldchen und kleinen Gewässern einlädt. Der Große Garten ist eine historische Parkanlage und steht mit seinem artenreichen Pflanzen- und Vogelbestand unter Denkmalschutz. Der Park ist Stätte für Erholung und aktive Freizeitgestaltung sowie ein beliebter Ort für Kulturveranstaltungen und Volksfeste.